Schule und Bildung

Schule schafft Chancen
Gute Schulpolitik fordert nicht von Kindern, dass sie sich dem Schulsystem anpassen, sondern schafft ein Schulsystem, das sich den Bedürfnissen der Kinder anpasst. Förderung und Chancengleichheit stehen dabei im Mittelpunkt GRÜNER Bildungspolitik. Wir verstehen Bildung als lebenslangen Prozess, der nicht erst in der ersten Klasse beginnt und nicht nach dem Schulabschluss endet. Schulentwicklungsplanung, die immer nur den Status Quo weiter fortschreibt, wird schon nach kurzer Zeit hinfällig. Unser Ziel sind leistungsfähige Schulen und speziell im Primarbereich Schulangebote, die dem Prinzip „Kurze Beine – kurze Wege“ gerecht werden. Bildung findet vor Ort statt und wird vor Ort (mit)gestaltet Bildungspolitik ist eine kommunalpolitische Aufgabe. Niemand darf aufgrund sozialer oder ethnischer Herkunft oder aufgrund früheren Scheiterns im Schulsystem vom lebensbegleitenden Lernen ausgeschlossen werden. Nur so kann dauerhaft die Versorgung aller Altersgruppen mit Bildung gesichert werden und eine attraktive  Bildungslandschaft entstehen.
Wir setzen uns ein für:

  •  die Festlegung von verbindlichen kommunalen Strukturen,
  • die Aufstellung klarer, aufeinander abgestimmte bildungspolitische Ziele aller Bildungseinrichtungen.

Schule ist für die Kinder da
Wir wollen, dass sich jedes Kind entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten entwickeln kann. Das mehrgliedrige Schulsystem mit seiner frühzeitigen Selektion verhindert diese Förderung und bevorzugt Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern überproportional. Dies haben die Eltern längst erkannt und sorgen mit ihrem Anmeldeverhalten beim Übergang ihrer Kinder von der Grundschule auf die weiterführende Schule damit, dass die Nachfrage nach Gesamtschulen ungebrochen ist. Trotz der von uns GRÜNEN lange geforderten Errichtung der sechsten Gesamtschule gibt es immer noch eine Unterversorgung an Gesamtschulplätzen, sodass die Schaffung weiterer Angebote des längeren gemeinsamen Lernens unausweichlich ist.

Wir setzen uns ein für:

  • die Errichtung weiterer Gesamtschulen zur Verbesserung der Chancengleichheit,
  • die Erprobung von Schulmodellen wie zum Beispiel der Primusschule, in der von der ersten bis zur dreizehnten Klasse mit allen denkbaren Abschlüssen gemeinsam gelernt wird,
  • den Erhalt und Ausbau der Schulsozialarbeit wobei wir eine auskömmliche Finanzierung durch Bund und Land erwarten.

Im Zeitraum von 2004 bis 2008 wurde in Wuppertal mit Mitteln des Bundes ein bemerkenswerter Ausbau der Ganztagsplätze im Primarbereich in Wuppertal vorangetrieben. Dabei sind neben dem Betreuungspersonal auch die Errichtung entsprechender Räume und Mensen erfolgt. Auf diese Weise konnte an 42 von 56 Grundschulen und fünf Förderschulen Offener Ganztag eingerichtet werden. Heute beträgt die Versorgungsquote trotzdem gerade einmal 25% und liegt damit noch immer unter dem tatsächlichen Bedarf. Das ist für viele Eltern, die auf einen Betreuungsplatz angewiesen sind, um ihren beruflichen Verpflichtungen nachzukommen, ein unhaltbarer Zustand. Wir haben uns daher dafür eingesetzt, dass die Stadt einen politischen Schwerpunkt auf den deutlichen Ausbau der Ganztagsangebote setzt. Alle Anstrengungen beim Ausbau der U3-Angebote sind letztlich umsonst, wenn die Eltern beim Wechsel ihres Kindes auf die Grundschule aufgrund des Mangels an Plätzen im Offenen Ganztag Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bekommen.

Wir setzen uns ein für:

  • den Ausbau der Ganztagsangebote um 1.000 neue OGS-Plätze.

Gesunde Verpflegung an Schulen
In den vergangenen Jahren wurden im Zuge des Ausbaus der Offenen Ganztagsgrundschulen an vielen Schulen Küchen und Mensen gebaut oder erweitert, um den Schülerinnen und Schülern, die auch über Mittag in den Schulen sind, eine warme Mahlzeit zu ermöglichen. Gute Lernbedingungen und gesunde Ernährung gehören unabdingbar zusammen. Das gemeinsame Mittagessen gehört damit mittlerweile auch fest zum Schulalltag hinzu und nimmt sowohl eine gesundheitliche als auch eine erzieherische Funktion ein. Wir wollen ein bezahlbares und trotzdem qualitativ hochwertiges Essen gewährleisten. Dabei sollten ökologische Produkte aus unserer Region und fair gehandelte Produkte bevorzugt angeboten
werden.

Schule als Lern- und Lebensraum gestalten
In den vergangenen Jahren wurde in Wuppertal deutlich in die Sanierung und den Ausbau von Schulen investiert. Der Ausbau vieler Grundschulen zu Offenen Ganztagsschulen, der Bau von Schulmensen und –küchen, die energetische Sanierung vieler alter Schulgebäude stellte eine enorme Aufgabe dar. Heute lässt sich sagen, dass Wuppertal in seinem Bemühen, den Verfall der Gebäude zu stoppen und in die Verbesserung der Schulen zu investieren, sehr weit voran geschritten ist. Aber natürlich verändern sich auch die Voraussetzungen an die bauliche Gestaltung und die räumlichen Voraussetzungen von Schulen mit der Zeit. Viele Wuppertaler Schulgebäude sind heute noch auf veraltete Lehrmethoden ausgelegt und erfüllen somit nicht mehr die Bedingungen, die moderne Schulen unabdingbar benötigen. Wir wollen auch hier die Betroffenen zu Beteiligten machen und zukünftig bei Schul(um-)baumaßnahmen die Schüler- und Lehrerschaft bei den Planungen mit einbeziehen. Als Vorbild gilt hierbei die Sanierung des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums, bei der in dieser Form zum ersten Mal im Rahmen einer sogenannten Phase Null eine umfassende Einbeziehung aller am Schulleben Beteiligten durchgeführt wurde. Die Schulen sind nicht nur Orte des gemeinsamen Lernens, sondern auch Arbeitsplätze. Dabei verbringen sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch ihre Lehrerinnen und Lehrer einen großen Teil ihres Tages in diesem Gebäude. Wir wollen, dass die Bedingungen in den Schulen berücksichtigen, dass die Motivation von Menschen in starkem Maße abhängig ist vom Zustand der Umgebung, in der sie sich aufhalten. Daher setzen wir uns für eine verstärkte Reinigung der Schulräume und regelmäßige Grundreinigungen ein. Speziell die Belastung der Luft zum Beispiel durch Feinstaub muss zuverlässig geprüft und durch geeignete Gegenmaßnahmen verringert werden.

Lernen, ein Leben lang
Nach dem Ende der Schulzeit und der Ausbildung ist das Lernen nicht beendet. Um gleichberechtigt an den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen teilzuhaben, ist lebensbegleitende Weiterbildung notwendig. Nur durch Weiterbildung kann die Teilhabe an beruflichen und gesellschaftlichen Prozessen sowie das Engagement für die Zivilgesellschaft gesichert werden. Bildungsmaßnahmen in Betrieben, Qualifizierungen durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter, Fort- und Weiterbildungsangebote von privaten und institutionellen Trägern gestalten vor Ort diese Aufgabe. Der Volkshochschule, als öffentlich geförderte Weiterbildungseinrichtung kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Aufgrund ihrer Verfasstheit kann die Kommune hier inhaltlich Einfluss nehmen und gestalten.
Bildung für alle ist das Leitmotiv.

Wir setzen uns ein für:

  • bezahlbare Bildungsangebote für alle Bürger/innen,
  • kostenlose Weiterbildungsberatung,
  • Angebote für Menschen, die nicht (mehr) im Arbeitsprozess stehen,
  • die Weiterbildung für bildungsferne Mitbürgerinnen und Mitbürger,
  • den Ausbau der Grundbildungskurse und die Stärkung des zweiten Bildungswegs,
  • die Integration durch Bildung der Menschen mit Migrationshintergrund
  • ein vernetztes Arbeiten mit Kindertagesstätten und Schulen,
  • die Erweiterung von interkulturellen Fähigkeiten, auch durch Sprachkurse,
  • die Sicherung der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe durch Bildung.

(Auszug aus dem grünen Programm zur Kommunalwahl am 25.05.2014)

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